Behörden gibt es auch in Schweden

Wie wir bereits erwartet haben ist auch Schweden ein hochentwickeltes Land und verfügt über gut ausgebaute Behörden und Ämter. Dabei haben wir mit unserem Hotel und Restaurant die Ehre die allermeisten Stellen auch zu benötigen. Wir sind hocherfreut mit wieviel Geduld uns die Mitarbeitenden der Gemeinde Hagfors helfen dieses Wirrwarr zu einknüppelt.

Unser zweiter Besuch auf der Gemeinde zeigte uns wieder einmal auf wie wichtig es ist die Sprache zu verstehen und sich einigermassen verständigen zu können. Plötzlich sitzen wir als einfache Auswanderer im Sitzungszimmer des Gemeinderates und diskutieren mit sechs Mitarbeitenden der Gemeinde über unser Bauvorhaben. Die positive Stimmung und die Hilfsbereitschaft überrascht uns. Dabei sind wir uns sicher, dass auch die Gemeinde Hagfors die geltenden Richtlinien und Gesetze einhalten will. Die neuen Informationen beschleunigen das Projekt sicher nicht, helfen uns aber den Weg am richtigen Ende zu starten. Dafür sind wir sehr dankbar.

Zum Glück haben wir schon vor dem Kauf damit gerechnet, dass wir eine komplette Sanierung des Gebäudes vor uns haben. Sonst wären wir wohl kreideweiss aus der Sitzung hinausgegangen. Der Brandschutzbeauftragte hat uns kurz darüber aufgeklärt was alles nicht benutzt werden darf. Die fehlende Brandmeldeanlage im Nebengebäude haben wir bereits bei der Besichtigung registriert. Das die Küche wohl kaum mehr einer Lebensmittelprüfung standhalten wird auch. Das wir die Gasherde mit modernen Induktionsplatten ersetzen wollen, war auch klar. Das aber die Gasleitung in einem so schlechten Zustand ist, das bei Benutzung akute Brandgefahr besteht wussten wir nicht. Kaum wieder im Gebäude haben wir einmal die Gasflaschen kontrolliert und sofort die Ventile geschlossen.

Die Leiterin der Baubehörde hat uns über die allgemeinen Anforderungen aufgeklärt und uns dazu angeregt die Zugänglichkeit des Gebäudes auch für Rollstuhlfahrende zu prüfen. Das hatten wir für das Restaurant und die allgemeine Zugänge auch schon eingeplant. Aber für das Hotel so noch nicht ganz auf dem Radar. Wir werden sehen ob die Fluchtwege im ersten Stock wichtiger sind als die Rollstuhl Gängigkeit oder umgekehrt. Aber wie bringen wir den kleinen SPA-Bereich und rollstuhlgängige Zimmer in unser Hotel?

Das werden wir noch sehen, aber nach dem ersten Frust und den vielen Gedanken auf der Heimfahrt, stellen wir fest, dass dieser Input unser Projekt besser machen wird.

Zum Abschluss von unserem zweiwöchigen Aufenthalt haben wir uns noch einen Besuch bei der Steuerbehörde aufgespart. Da stehen wir doch extra etwas früher auf und beeilen uns mit dem zusammenpacken, damit wir ja genügend Zeit haben um unsere Samhällnummer zu beantragen und dann ist der freundliche Herr in Karlstad nicht nur bestens über die Abläufe informiert, sondern auch noch unglaublich schnell. Hätten wir den ausgedruckten Grundbucheintrag nicht in der Schweiz vergessen, wären wir nach 3 Minuten schon fertig gewesen.

Eigentlich haben wir ja in der Schweiz gut funktionierende Behörden, aber wir sind nur noch überrascht wie dies bisher funktioniert hat. Mal sehen ob wir das am Ende von unserem Projekt auch noch sagen.