Der Umbau fühlt sich anders an

Die Berg- und Talfahrt der Gefühle ist vermutlich noch nicht vorbei, aber irgendwie hat sich alles Verändert. Wir wissen nicht wann dies passiert ist und auch nicht genau warum. Aber der ganze Umbau fühlt sich nun ganz anders an als noch vor zwei Monaten. Die Euphorie die am Anfang herrscht wurde rasch mit Müdigkeit ergänzt. Vor den Sommerferien wurden wir gezwungen uns mit der schnöden Realität auseinanderzusetzten. Jetzt plötzlich machen wir uns, trotz vielen offenen Umbauarbeiten, Gedanken um den Betriebsstart und der offiziellen Eröffnung. Noch ist Zeit dazu aber es sind erste Entscheide dazu zu treffen. Aber noch bleibt viel Arbeit und wir packen auch weiterhin an.
Welche Euphorie nahmen wir mit aus der Schweiz. Mit schier unbegrenzter Motivation begannen wir den Rausriss und organisierten den Umbau. Wie erwartet folgten schon bald die ersten negativen Überraschungen und alles wurde grösser und grösser. Der Berg an Arbeiten nahm nicht ab, sondern jeden Tag etwas mehr zu. Erste Zweifel kamen mit der steigenden Müdigkeit auf. Schon bei unserem Hausbau in Fischbach haben die Nachbaren gewettet nach wie vielen Wochen wir mit den Eigenleistungen aufhören. Vielleicht laufen diese Wetten wieder, wir wissen es nicht. Aber noch sind wir dran…..



Vor den Sommerferien mussten wir uns mit der Realität auseinander setzten. Die Renovation des Fundamentes hat nicht nur unsere Finanzen strapaziert. Nein auch unser Plan von mehreren Bauabschnitten löste sich in Luft auf. Baulich liess sich diese Trennung nicht machen und so gingen wir durch das Tal der Tränen und schweren Herzens verhängten wir in den Sommerferien einen Baustopp. Um dem Ganzen noch einen daraufzusetzen führte ein blödes Missgeschick zu meinem Unfall. Das wäre der perfekte Zeitpunkt zum Hinschmeissen gewesen, vielleicht eine verpasste Chance?



Wir denken nicht, aber eine geschenkte Pause zu überdenken, anzupassen und neue Lösungen finden. Die Lösungen wurden auch gefunden und dank vielen unerwarteten Helfer ging es auch auf der Baustelle weiter. Hat doch was „Wen du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Bei uns waren das viele grosse und kleine Lichter oder Engel die uns gesendet wurde. So haben wir uns Ende September verwundert die Augen gerieben und verhaltener Optimismus machte sich breit. Aber meine Hand liess noch kein Arbeiten zu, also alles auf Schneckentempo und die Handwerker mussten den Einsatz bei uns erst wieder organisieren.
Nun sind wir wieder in voller Fahrt und weitere Teile werden fertig.





Nein unser Pendenzenberg wird nicht kleiner, Aber er verschiebt sich weiter in Richtung „wir planen die Eröffnung und den Betrieb“. Wir planen das Datum und die ersten Programmpunkte haben wir gefunden.
Plötzlich werden Ideen, die wir vor zwei Jahren beim Gebäudekauf hatten an die Wand projiziert oder stehen in ganzer Pracht vor uns. Aber auch viele Ideen mussten verworfen werden oder passt nicht ins Gesamtbild. Ein Rundgang durch die Baustelle ist nicht mehr nur eine Pendenzenauflistung, nein in vielen Ecken ein kleiner Triumpf. „Das haben wir geschafft“. Mit immer kleinen Schritten vor Augen, kann tatsächlich Grosses erreicht werden. Jetzt gibt es auch Augenblicke die wir feiern können.
Aber wir wollen den Tag noch nicht vor dem Abend loben und es warten noch viel auf uns. Trotzdem sind wir stolz auf das erreichte und müssen immer einmal wieder eine Träne unterdrücken. oder abwischen. Wen wir uns ungläubig die Augen reiben.






