Die Auswanderung ist abgeschlossen

Unser Blog handelte in vielen Beiträgen, neben dem Värdshuset Pilgrimen, um unsere Auswanderung nach Schweden. Über den Sommer hat sich aber für uns dieses Thema erledigt. Die Behördengänge sind durch und wir sind angekommen. Nun bauen wir über verschiedenste Kontakte ein Umfeld hier in Schweden auf.

Damit wird es Zeit dieses Thema auch hier im Blog vorerst einmal abzuschliessen. Wir kommen spätestens in 4 Jahren darauf zurück, wenn wir unsere Aufenthaltsbewilligung verlängern müssen oder uns in Schweden êinbürgern lassen.

Unsere Auswanderung hat im Januar 2023 in einem Winteraufenthalt in Schweden begonnen und ist mit dem Abschluss der Firmen Gründung abgeschlossen worden. Nicht nur die administrative Seite ist abgeschlossen, nein wir sind auch im Kopf angekommen. Wir wollen hier nicht mehr alle Erlebnisse aufzählen, dazu verweisen wir auf die vorherigen Einträge unter der Rubrik Auswandern. Aber es wird Zeit ein Fazit zu ziehen und zu überlegen was hätten wir anders anpacken sollen.

Es gibt Momente wo wir uns erstaunt die Augen reiben und uns Fragen was um Himmelswillen hat uns dazu getrieben diesen Schritt zu wagen. Schauen wir all die TV-Serien rund ums Auswandern gibt es so drei Standardantworten zur Frage Warum? Aber wir wollen kein entspannteres Leben, wir wollen nicht unsere Work-Life-Balance optimieren und auch nicht mehr Zeit uns. Wir wollten etwas gemeinsam als Paar erschaffen und Betreiben. Also nicht gut schweizerisch auf die Pensionierung vorbereiten, sondern eine Aufgabe finden die uns Freude macht und solange wir gesund sind beschäftigt. Unsere Versuche zu diesem Lebensmodell, sind in der Schweiz leider immer gescheitert. Aber diese Erfahrungen haben wir mitgenommen und können heute davon profitieren.

Wir uns ein Projekt gesucht, das genügend Fleisch am Knochen hat um unser Leben zu finanzieren. Ob dies klappt werden wir sehen, bisher haben wir noch niemanden getroffen der uns etwas Anderes erzählt. Um es vorwegzunehmen: Wir sind überzeugt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Ob wir das Ziel erreichen wird sich erst in mehreren Jahren zeigen. Trotzdem finden wir einige Punkte bei einer Auswanderung wichtig:

Unser erster Punkt: Auswanderer neigen zur rosaroten Wolke:

Die Einheimischen kennen in der Regel die Gesamtsituation eines Objektes besser als ein angehender Auswanderer. Wenn sich für Objekte keine Einheimische interessieren, hat dies ein Grund. Diesen Grund sollte vor dem Kauf und Auswanderung bekannt sein und eine realistische Strategie dafür bereit liegen. Unser Typ dazu: meistens sind es wirtschaftliche Fragen. Also denkt daran, wirkliche Schnäppchen, machen die Einheimischen bereits bevor etwas auf den internationalen Markt kommt.

Bei uns war es die notwendige Investition in die Gebäude, die interessierte Einheimische davon abgehalten haben. Wohl auch zurecht, den ob sich die Investitionssumme in den nächsten 10 Jahren refinanziert, wird sich zeigen. Aber wir sehen einen grossen Teil der Rendite aus der Investition in anderen Bereichen als auf dem Bankkonto.

Unser Zweiter Punkt: Beim Kauf von anderen Auswanderer: „Augen auf!“

Aus unserer Sicht ein etwas unschöner Punkt, aber viele Auswanderer sind am ersten Punkt gescheitert und versuchen den Schaden zu begrenzen. Ja, auch Schweizer und sollten wir scheitern, auch wir ;-). Hier hilft eine realistische Lageeinschätzung. Wer meint, es einfach besser zu machen, könnte sich bald die Augen reiben. Wir haben unsere Favoriten schweren Herzens aufgegeben und uns für ein schönes Objekt entschieden, dass von einer schwedischen Familie über 40 Jahre betrieben wurde.

Und gleich zum Punkt 3: Rechnet viel Zeit und finanzielle Reserven ein.
Wer auswandert weiss nicht Alles. Behörden und Firmen brauchen Zeit und Unterlagen. Viel Zeit. Für Auswanderer zu viel Zeit. Wer also nicht die nötige Zeit einrechnet wird sich viel Ärger einhandeln.

Wir haben für uns drei Jahre einrechnet. Ein Jahr vorbereiten. 12 Monate für die Auswandern und ein weiters Jahr für die Etablierung. Es wird sehr knapp werden. und trotz intensiver Vorbereitung, fehlten uns am Schluss für die steuerliche Registrierung der Firma Unterlagen aus der Schweiz.

Der Punkt 4. Sprache, Sprache, Sprache.
Wer auswandert, sollte aus Respekt vor der einheimischen Bevölkerung die Sprache lernen. Der erste Schritt der Integration läuft über die Kommunikation. Also wer kommuniziert schon gerne in einer Fremdsprache. Wir Schweizer beklagen uns ja schon, wen wir Hochdeutsch sprechen müssen. Also trotz Englisch und immer besser werdende Übersetzungstools: Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen.

Wir sind weit davon entfern perfekt Schwedisch zu sprechen, aber wir hatten bei der Einwanderung genügend Sprachkenntnisse um alle Besprechungen in Schwedisch durchzuführen. Trotzdem würde wir heute auf jeden Fall die Sprache mehr trainieren.

Punkt 5: Überlegt euch was ihr aufgebt.
Wer Auswandert schaut noch vorne und vergisst gerne was er alles hinter sich lässt. Es wird einem so oder so einholen, also überlegt vorher, ob ihr dies wirklich wollt und bereit seit.

Es ist schnell gesagt, ein Flugzeug fliegt alle Tage, also alles kein Problem? Dachten wir auch. Von Schweden können wir über vier verschiedene Flughäfen in zwei Länder abfliegen. Mit dem Auto oder mit dem Zug die Schweiz innerhalb von 24 Stunden erreichen. Und trotzdem der Weg ist weiter als gedacht und das Leben beschäftigt einem auch im Ausland. Spontan einen Nachmittag frei nehmen und schnell einen lieben Menschen im Spital besuchen geht nicht mehr. Ein Familienereignis wird zur Ferienwoche usw. Es wird also viele Absagen auf Einladungen geben, was immer auch zu enttäuschten Menschen führt.

und weiter zu Punkt 6: Schweizer sind nicht besser als der Rest von der Welt
Die Schweiz ist ein tolles Land und voller wunderbaren Menschen. Aber das gilt ohne Vorurteile wohl für alle Länder dieser Erde, na ja vielleicht nicht ganz alle. Wer von der Schweiz in ein anderes Land auswandert profitiert in vielen Fällen vom hohen Lebensstandard, einer guten Ausbildung und dem ausgezeichneten Lohnniveau. Aber das macht niemanden zum besseren Menschen. Wir versuchen demütig zu sein und aus der alten und dem neuen Welt das Beste zu übernehmen. Ja in einem anderen Land wird vieles Anders gemacht, aber nicht unbedingt schlechter. Wir sind erstaunt wie viele Auswanderer (nicht nur in Schweden) das Land freiwillig gewählt haben, aber die Einheimischen und derer Lebensweise komisch finden oder gar ablehnen.

Punkt 7: vergesst euch selber nicht
Wer Auswandert ändert sein Umfeld, ob er sich dabei selber ändert ist erst einmal zu bezweifeln. Also überlegt die Beweggründe für eine Auswanderung gut. Das neue Umfeld wird zuerst einmal viel Einsatz und Fleiss erfordern.

Wer ein Projekt wie unseres anstrebt, sollte sich dabei immer bewusst sein: Das Projekt wird einem vor sich her treiben. Wer sich davon auffressen lässt, verliert. Also nie sich selber vergessen und das Doppelte als benötigt an Erholungszeiten einplanen.

Der erste Aspekt führt bei uns immer wieder einmal zu Kollisionen mit dem zweiten Aspekt. Wir versuchen, aber über den eigenen Schatten zu springen ist schwer. Wir lernen, aber wir bleiben wir. Also es bleibt ein Kampf, die benötigt Erholung zu gewähren.

Wir könnten euch natürlich auch vorschwärmen wie toll alles gelaufen ist und bei uns in Schweden das Leben nur rosarot und unglaublich schön ist. Aber da verweisen wir auf die zahlreiche Instagram und Facebook Accounts. Nein es ist ein Leben, dass manche gut finden und andere nicht. Unsere Meinung ist;“ Für uns passt es perfekt“, alle anderen müssen es selber herausfinden.

Wir empfehlen niemanden Auszuwandern, der nicht mit vollem Herzen überzeugt ist das Richtige zu tun und eine Nichtauswanderung später bereut.