Die erste Eröffnung

Ja nach dreieinhalb Jahren planen und arbeiten ist es endlich soweit und das Kaffee wurde offiziell eröffnet. Was für ein Tag und was für zwei Woche liegen nun hinter uns. Keine Ahnung wie wir dies geschafft haben. Ein Kaffee von Null auf zu starten konnten wir im Ziegler-Beizli üben, der Aufbau ging aber über fünf Jahre. Aber das hier war eine andere Nummer.
Nun ist der erste offizielle Tag den wir offen haben und nun wird sich zeigen wie das ganze Anlaufen wird. Auf jeden Fall ändert sich unser Tagesablauf nochmals grundlegend.

Nun kommt zu unserem Pensum also noch der Kaffeebetrieb dazu. Wir freuen uns wahnsinnig und hoffen auf viele zufriedene Gäste.

Endlich nach langer Zeit stand die Eröffnung vor der Tür. Ein erster Probelauf am 6. Juni zum schwedischen Nationaltag und eine Woche darauf das „grand opening“. Aber Blicken wir auf Ende Mai zurück. Die Lagerräume leer und keine Ahnung was wir genau machen werden. Aber die Einladungen sind raus und die Pressemitteilungen versenden. Wir haben Besuch aus der Schweiz und überlegen wie wir das ganze Programm schaffen sollen. Aber getreu nach dem schwedischen Motto „wir sind soweit wie wir sind“ alles halb so wild. Schliesslich freuen sich alle das wir endlich öffnen, da dürfte ein fehlendes Schild nicht das wichtigste sein. Wie immer sind wir recht kurz entschlossen und schnell steht ein erstes Programm für den Nationaltag. Frühstück am Morgen und Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Auch das Programm für die Eröffnung ist schnell klar. Apero für die geladene Gäste und anschliessend die normale Karte des Cafes.

Also in Summe nichts wildes und nichts was wir im Ziegler-Beizli nicht schon gemacht haben. Aber im Beizli hatten wir 5 Jahre zum Aufbau des Programmes und nicht zwei Wochen. Und die Reception müsste auch noch fertig werden. Bauen, Kochen Putzen….. Also unser To-Do Liste ist mehr als abenteuerlich und es wird uns schon etwas mulmig. Aber wie immer in diesem Projekt, lösen wir erst einmal die aktuellen Probleme und reissen im Restaurant noch den Boden raus, da dieser unbedingt noch vor den Ferien gegossen werden muss. Doch die Zeit rennt und die ersten Lebensmittelbestellungen müssen raus, die Kühlzelle sollte sich langsam mit Brot und Vorräten füllen.

Ich erspare euch die weiteren Details, aber die Woche vor dem 6 Juni war spektakulär und noch am Freitagmorgen glaubte wohl niemand das wir am Samstag ein Frühstücksbuffee haben werden. Zum Glück gab es nur 7 Anmeldungen. Dürfte also eher ruhig bleiben. Aber am Samstag morgen nach einer Woche voller Hochs und Tiefs war aber irgendwie alles bereit, nur wir beide nicht.

Müde und nach ein unruhigen Nacht machten wir uns auf alles bereitzustellen. Als wir pünktlich die Türe öffneten standen bereits die ersten sechs vor der Tür, allerdings keiner von den Gästen war angemeldet…….

Immer mehr Gäste trudelten ein. Also Pfannen auf den Herd und Brot in den Ofen und die nächsten zwei Stunden nicht mehr ausser Betrieb gesetzt. Ok statt sieben Frühstück wurden es am Schluss knapp 40 Stk. Die Leute verliessen zufrieden unser Kaffee und viele drohen uns mit einem wiederkommen. Am Nachmittag läuft der Kuchenverkauf und am Schluss sind wir fast ausverkauft. Am Abend sitzen wir wie die toten Fliegen am Tisch und überlegen uns wie der Eröffnungstag werden soll. Zum Glück kommen unsere Kinder mit ihren Partner und helfen uns.

Ja die Eröffnung, vielleicht sind wir etwas sehr förmlich geworden. Aus der einstmals geplanten stillen Eröffnung ist ein offizieller Anlass mit Bandschneiden, Apero, Musik und Ausstellung geworden. Damit es nicht zu langweilig wird erschien am gleichen Tag auch noch ein Artikel in der lokalen Zeitung. Aber wieder einmal war es ein unglaubliches aneinanderreihen von Geschehnissen die wir kaum beeinflusst haben. Unser Kaffeelieferant anerbot sich als Musiker den Tag musikalisch zu hinterlegen. Die Gestalter unserer Tapeten wollten den Besuchern zeigen, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam. Wir wollten endlich in Gang kommen und haben mit einer kleine Tipspromenade als Wettbewerb einen Beitrag geleistet. Und eine Lokallegende brachte mit seinem Besuch ein extra für uns getextetes Lied mit. Also einfach so entstand eine Mischung für einen perfekten Tag. Gut das Wetter war jetzt nicht so prickelnd.

Ok ich war in meinem Leben nur ein einziges Mal noch aufgeregter und das war an meiner Hochzeit. Ich war ja bei vielen Anlässen mit dabei und habe einige organisiert. Aber ein solche Eröffnung in einer anderen Kultur und in einer Fremdsprache, war schon eine Ansage. Schlotternd und nicht nur vor Kälte empfingen wir die ersten Besucher und versuchten gute Gastgeber zu sein. Ops da war ja noch was, vor dem Bandschneiden sollte ja noch eine kleine Rede sein, die ging nicht gerade vergessen, aber vorbereitet war sie jetzt auch nicht. Dann halt spontan und frei Schnauze, gibt eh die Besten und meistens nicht die längsten Reden. Das Band schneidet sich auch und beim Apero sehen wir nur zufriedene Gesichter. Also geht doch……

Wir hatten einfach wieder einmal unglaubliche Helfer: Mein Vater organisierte die Gartenanlage, Meine Mutter war ein ruhender Pol, Mein Sohn schmiss die Küche, unsere Tochter war überall am putzen, schmücken und fotografieren, ein liebe Freundin wusch ein Wochenende lang ab und und und……

Danke dafür , ihr wart alle grossartig.

So und nun das wichtigste, wir sahen viele zufriedene Gesichter

Wir erhielten unglaublich gutes Feedback zu Dingen die wir verbessern können liebe Gäste danke dafür, so werden wir in eurem Sinne besser.

Unser Kaffe ist nicht nur für uns ein Hingucker und eine Besucherin hat es wie folgt beschrieben. „Dieser Ort wird zur Perle an der Route 62“. Das wäre genau das was wir erreichen wollen. Und ein anderer Gast sagte es so „Man fühlt sich nicht wie in Ekshärad, das sind wir uns von Karlstad oder Stockholm gewohnt“.

Und wir können es in Worten des Texters sagen „Route 62 bring mich heim da wo ich wohne“. Ich darf sagen „Schweden, wir sind gelandet“: