Ein Jahr in Schweden

Das erste Jahr in Schweden ist vorüber und es bleibt kaum Zeit das Erlebte zu verarbeiten. Das tägliche Geschehen und die vielen offenen Punkte, die wir abzuarbeiten haben, lassen uns keinen grossen Raum dazu übrig.

Was bleibt von den Hoffnungen und Erwartungen die wir mit unserer Auswanderung hatten? Was würden wir anders oder gar nicht mehr machen? Welche Überraschungen haben wir erlebt? Und wollen wir gar zurück in dir Schweiz?

Nun sind wir schon 14 Monate in Schweden. Kaum zu glauben aber wahr. So viele Erlebnisse liegen hinter uns. So viele Eindrücke die wir kaum verarbeiten konnten. Aber es wird irgendwie Zeit ein Resümee zu ziehen.

Entgegen vielen anderen Auswanderer stand bei uns nicht die Auswanderung im Vordergrund. Nein der drang ein selbst bestimmtes Leben zu führen hat uns aus der Schweiz getrieben. Unsichere Ausblicke in der Telekommunikationsbranche. Ein Anspruchsmarkt von Firmen und Angestellten verhinderten einen Branchenwechsel und mit knapp 20 Jahre bis zur Pensionierung war ein vorzeitiger Ausstieg aus der Arbeitswelt undenkbar. Nach dem Versuch mit dem Ziegler-Beizli, den damit verbundenen ewigen Diskussionen und der Suche nach einem passenden Objekt, war klar:“Das Objekt der Begierde in der Schweiz unbezahlbar oder mit hohen Abhängigkeit zu Eigentümer verbunden.“ Kein Platz für Kleinunternehmer in der Schweiz? Vielleicht nicht für alle, aber wir sind für uns zu diesem Schluss gekommen.

Also haben wir eher unbewusst die Suche in unserem Sehnsuchtsland Schweden begonnen und plötzlich lag das Ziel in Reichweite, sicher mit finanziellem an die Decke strecken und viel Arbeit verbunden, aber doch in Reichweite. Die Suche und Planung nahm Fahrt auf und aus einem Gedanken wurde ein Umzug nach Schweden.

Hier haben wir ein altes Wirtshaus gekauft und seit dem sind wir mit viel Fleiss daran, dieses mit unseren Ideen und Gedanken zu prägen. Plötzlich können wir Ideen einbringen, träumen und so lange Arbeiten wie es uns Spass macht. Daher meistens mehr als 8 Stunden am Tag. Plötzlich Leben wir in einem Umfeld, das Platz lässt, Gestaltungsräume gibt und Erholungsräume die aus einer Stunde Freizeit einen Wert habe, wie ein Wochenende in der Schweiz. Seit einem Jahr arbeiten wir hart und mehr Stunden als in der Schweiz. Aber wir sind zufrieden und glücklich. Es ist ein Projekt, dass uns auch in Zukunft viele Möglichkeiten offen lässt und unser Leben prägen wird. Aber es ist unser Projekt, unser Gebäude und unser Traum, den wir hier an einem Ort vereinigen können.

Und was würden wir anders machen? Für uns eine schwierige Frage. Sehr spontan hätte ich das Ablaufrohr durch den Sanitär demontieren lassen sollen. Ansonsten habe wir alles richtig gemacht. Eh, nein natürlich nicht, aber wir haben alle Entscheidungen aufgrund unserem Wissensstand getroffen und uns durch die angedachte Idee leiten lassen. Also sind wir nach wie vor auf dem Weg ins Ziel, teilweise mit Zusatzschleifen, teilweise mit Mehraufwand und teilweise mit Mehrkosten. Aber das gehört dazu. Aber immer mit der Freiheit den nächsten Schritt zu wagen und selber zu gestalten.

Überraschungen gab es in baulicher Hinsicht viel aber am meisten hat mich die Erkenntnis überrascht, wie wenig mir die Schweiz und das ach so tolle föderalistische System fehlt.

Aber es gab eine andere tolle Überraschung, wie viele tolle Menschen es gibt. Unglaublich was wir an persönlichen Bekanntschaften und unkomplizierten Hilfen erleben durften. Sowohl hier in Schweden wie auch in der Schweiz. Das lässt uns daran glauben, das die schlechten Nachrichten nur in den Medien überwiegen und wir in einer unfassbar schönen Welt leben. Wir geniessen auch mit vie Arbeit weiterhin jeden Tag.

Wollen wir zurück in die Schweiz, ja auf jeden Fall. Wir haben dort viele liebe Freunde und Familie und wir werden immer wieder gerne einen Aufenthalt in der Schweiz einplanen.

Aber unser Leben in die Schweiz zurückverlegen? Einfache Antwort: Nej, Nein; No