Es passiert gerade etwas viel

Der Winter hat uns seit 2 Monaten im Griff und nun haben wir zum ersten Mal seit 7 Wochen wieder einmal Plusgrade. So schön der Winter ist, es hätten doch einige sonnige Tage mehr sein dürfen. Die Baustelle rückt weiter vor und gefühlt bauen wir fast überall. Im Cafe sind wir fast fertig und in der Küche warten wir noch auf den Plattenleger und den Küchenbauer. Aber bis Ende März sollte dies auch fertig werden. Im Obergeschoss ist der Estrich saniert und die Statik des Daches wieder für grosse Nassschneemengen stabil genug. Der erste Teil des Hotels nimmt weiter Formen an und im Restaurant stehen wir vor den nächsten Überraschungen. Wir zwar alles besser aber leider auch teurer.
Aber auch sonst sind wir fleissig am Werbung machen, nun werden wir schon in den Läden direkt angesprochen und motiviert. Wir sind so dankbar für diese Rückmeldungen und sind nicht sicher ob wir nicht hingeschmissen hätten, ohne diesen Rückhalt zu spüren
Der Winter in Schweden ist faszinierend und dieses Jahr auch richtig kalt. War es zu Beginn im November und Dezember schneearm und zu warm, schlug das Wetter mit dem Jahresstart um. Schnee und viele zweistellige Minusgrade haben uns im Januar und Februar die Treue gehalten. Gestern wurde es tatsächlich zum ersten Mal wieder um die Null Grad. Die dunkle Tagen lassen sich zwar nur schwer schön reden und gerade die fast durchgehende Bewölkung hat uns neben der Sonne auch einige Nordlichtsichtungen vermiest. Aber trotzdem hat die Ruhe und die kurzen Tage einen gewissen Reiz. Nun freuen wir über die täglich längeren Tage und nun ist es dank dem langen Sonnenauf und -untergang schon wieder fast 12 Stunden hell. Leider hatten wir nicht soviel Zeit den Winter zu geniessen, aber meine erste Langlaufversuche hole ich noch irgendwann nach. Dieses Jahr begnüge ich mich wiederum mit der Liveübertragung des Vasaloppet.
Der Baufortschritt ist nicht von der Hand zu weisen. Dieses Jahr ging bereits wieder vieles.
Die Tapeten für das Kaffee sind eingetroffen und bis auf die falsch gelieferte Ostseite auch fertig an der Wand. Die Beleuchtung und die Abschlussleisten sind auch schon fast fertig und langsam machen wir uns an die definitive Möblierung.




Die Küche ist auch schon weit und die letzten Arbeiten sollten bis Ende März abgeschlossen sein. Der Epoxyboden und die wasserdichten Hygienewände sind bereits fertig. Nun warten wir noch auf den Plattenleger und dann kann Mitte März die Lieferung der Kücheneinrichtung erfolgen. Somit können wir ab Ostern mit dem Probekochen beginnen. Endlich können wir die neuen Geräte austesten und unsere Rezepte verfeinern und programmieren. Die Speisekarten sind ja auch recht weit und wir müssen vor allem noch an den Abläufen feilen. Wenn alles klappt haben wir bis Ende April auch die Betriebsbewilligung und können langsam starten.




Im Hotel ist die Estrichsanierung abgeschlossen und das Dach sollte die nächste 30 Jahren auch einer grossen menge Nassschnee standhalten. Unglaublich, wen der Statiker mit 30-Jahren Berufserfahrung dir sagt, dass er noch nie ein Dach in einem so schlechten Zustand stehend gesehen hat. Aber das ist nun Geschichte und die beiden Leimbinder sorgen dafür, dass unser Dach nun fast selbst tragen ist und wir keinerlei statische Elemente im Hotelbereich haben. So können wir den Grundriss viel flexibler als erwartet gestallten. In der ersten Hälfte des Hotels wird die Raumeinteilung langsam sichtbar und die Eröffnung mindestens eines Teils auf die Sommersaison scheint in Reichweite.





Im Restaurant haben wir mit dem Rausriss begonnen und leider gab es auch hier Überraschungen die wir so nicht erwartet hatten. Die Zwischendecke zum Hotel muss komplett ersetzt werden. Die Balken hängen durch und wurden einfach nur überbaut und statisch mehr schlecht als recht gesichert. Wenigstens können wir so die Raumhöhe um rund 30 cm vergrössern, mindestens ein kleiner Trost für die Mehrkosten. Mal schauen wie wir dies hinkriegen.



Unsere Erlebnisrucksack mit Rückmeldungen der Einheimischen wird immer grösser und viele fiebern der Eröffnung entgegen. Nun werden wir schon beim Einkaufen angesprochen und motiviert weiterzumachen. Wir sind sehr dankbar für diese Rückmeldungen und wissen nicht ob wir soweit gekommen wären, wenn wir dies nicht permanent spüren würden. Aber der Glaube an den Erfolg versetzt Berge und wir glauben nach wie vor an dieses Projekt. Aber der Umbau frisst einem irgendwie schon auch auf und dass wir von den Banken keine Unterstützung erhalten schmerzt. Scheinbar sollen alle nur noch von Börsengewinne und Dividenden leben. Aber abgerechnet wird am Schluss.
Also wir bleiben dran und gehen langsam auf die Betriebsbewilligungen und Betriebskonzepte zu. Aktuell träumen wir von Erzählabende, Geschichtswanderungen in denen unser Värdshuset pilgrimmen als Angelpunkt dient. Auf jeden Fall haben wir da die richtigen Mitstreiter gefunden. Die Eröffnung von irgendetwas wird am 13. Juni stattfinden und wir sind zuversichtlich auch die verbleibenden Aufgaben erfolgreich abzuschliessen.
