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Zwischen zwei Welten

Bei einem Flug in die Schweiz blieben vier Stunden Aufenthalt auf dem Flughafen Stockholm Arlanda. Also ein Teil der Reise ist bereits vorbei und der zweite Flug steht einem noch bevor. Diese Situation bringt mir unsere eigene Situation ins Bewusstsein. Sind wir nun in Schweden angekommen oder bin ich noch auf einem Transitflughafen? Wo stehen wir mit unserer Auswanderung?

Ja nichts ist langweiliger als sich die Zeit zwischen zwei Flügen auf dem Flughafen totzuschlagen. Auch wenn der Flug von Hagfors 50min Verspätung hatte, bleiben vier Stunden Zeit sich Gedanken zu machen. Irgendwie ist die Reise begonnen aber das Ziel noch nicht erreicht. Das gilt ja auch für uns. Vor 1.5 Jahren haben wir die Schweiz verlassen und uns in das Projekt Värdshuset Pilgrimen gestürzt. Wir haben viel erlebt, viel geschafft und einiges steht noch vor uns. Aber wo stehen wir auf unserer Reise von der Schweiz nach Schweden. Rational sind wir seit längerem angekommen, wir leben und arbeiten in Schweden. Administrativ und Organisatorisch, alles erledigt. Der Lebensmittelpunkt ist in Schweden und die Schweiz ist 2000km weit weg. Aber sind wir wirklich angekommen?

Die Seele kommt da nicht so schnell mit. Meine Schwester hat uns auf den Weg gegeben das wir drei Jahre brauchen werden um anzukommen. Dann wären wir nun in der Hälfte und ja das könnte hinkommen. Aber was steht den noch an?

Im ersten Jahr war, Alles eine rosarote Wolke, neu, spannend und jeder Tag voller Überraschungen und neuen Erlebnissen. Die Jahreszeiten brachten neue Eindrücke und Farben, erträumte Erlebnisse wurde Wirklichkeit. Eine unglaublich intensive Zeit für die wir dankbar sind, die uns aber viel mehr gefordert hat, als wir wahrhaben wollten.

Nun im zweiten Jahr wiederholt sich vieles. Der Effekt vom Neuen ist weg. Der administrative Krempel erledigt und die ersten Pläne über Bord geworfen. die Realität zieht immer mehr ein und dies nicht immer nur zum Vorteil. Langsam zeigt sich, dass unsere Auswanderung nicht nur auf Wünschen und Träume aufgebaut ist. Nun stehen wir noch im zweiten Jahr und wen alles klappt schliessen wir den grössten Teil des Umbaus mit der Eröffnung am 13. Juni 2026 ab. Die Müdigkeit steckt uns in den Knochen und immer wie mehr stellt sich die Frage, wird das Alles funktionieren? Plötzlich werden Umsätze und Erträge wichtiger, als welche Farbe eine Tapete hat. Irgendwie auch schön wenn etwas geschäftliche Normalität einkehren wird und wir uns langsam auf das wesentliche konzentrieren können.

Das dritte Jahr wird das Jahr der Entscheidung. Funktioniert unser Businessplan. Ist unser Traum grösser als die Realität, die uns in diesem Jahr einholen wird? Denn wir wissen es schon seit unseren ersten Ferien in Schweden:“ Nur Schön und einfach“, gibt es nicht. Und auch der grösste Glanz blättert mit der Zeit ab. Noch haben wir keine Zeichen, das dies nicht funktioniert wird. Und wir fühlen uns auch im zweiten Jahr pudelwohl in Schweden. (Ausser ich muss gerade vier Stunden auf dem Flughafen verbringen).

Aber die Seele ist trotzdem noch nicht vollständig angekommen, wir sind in diesem wunderschönen Land immer noch Fremde, die Sprache läuft noch nicht flüssig und die schwedische Kultur ist nicht nur wie im Bilderbuch oder in den Erzählungen von Pippi Langstrumpf, sondern hat viele Facetten. Da stehen uns noch manche Fettnäpfchen und Misstritte bevor. All das kennenzulernen braucht viel mehr Zeit. Und wir mit unserem betrieb auch das Vertrauen der Einheimischen und das fällt nicht einfach so plötzlich vom Himmel. Wir brauchen Zeit, Kraft und Geduld. Den Vertrauen muss erarbeitet werden und in einem Umfeld mit vielen Einwanderer, mit vielerlei Ideen und Verhalten, ist dies nicht immer ganz einfach.

Auf der Rückreise hatte ich wieder drei Stunden Aufenthalt in Stockholm Arlanda. Zuviel musste ich mir die Augen reiben über die Schweiz im WEF Ausnahmezustand. Aber vermutlich zeigt gerade diese Verwunderung über Schweizer Eigenarten, die ich 50 Jahre gelebt habe, wie weit unsere Seele bereits gekommen ist.

Ja noch stecken wir mit der Seele irgendwo an einem Flughafen fest und es wird weitere Zeit vergehen. Aber wir spüren jeden Tag es geht in die richtige Richtung. Jeden Tag einen kleinen Schritt hin zur Heimat in unsere Zukunft hier in Schweden.

Die Auswanderung ist abgeschlossen

Unser Blog handelte in vielen Beiträgen, neben dem Värdshuset Pilgrimen, um unsere Auswanderung nach Schweden. Über den Sommer hat sich aber für uns dieses Thema erledigt. Die Behördengänge sind durch und wir sind angekommen. Nun bauen wir über verschiedenste Kontakte ein Umfeld hier in Schweden auf.

Damit wird es Zeit dieses Thema auch hier im Blog vorerst einmal abzuschliessen. Wir kommen spätestens in 4 Jahren darauf zurück, wenn wir unsere Aufenthaltsbewilligung verlängern müssen oder uns in Schweden êinbürgern lassen.

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Von Engel und Dämonen

Es ist verrückt wir schwanken zwischen Müdigkeit, Mutlosigkeit, grenzenlosem Optimismus und Euphorie hin und her. Über den Sommer hat sich unser Haus gewehrt und Tribut gefordert. An unseren Plänen und Ideen gekratzt und Alles in Frage gestellt. Gleichzeitig klopften bei uns Menschen an die Tür, die uns zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Menschen die Lösungen mit sich bringen und voll und ganz hinter uns stehen. Einfach unglaublich.

Wir sind an einem Punkt angelangt, den es wohl bei jeden grösseren Projekt gibt. Die gut gemeinten Pläne sind hinfällig, Ressourcen müssen organisiert werden und trotzdem wissen wir: „Wir sind auf dem richtigen Weg“.

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Ein Jahr in Schweden

Das erste Jahr in Schweden ist vorüber und es bleibt kaum Zeit das Erlebte zu verarbeiten. Das tägliche Geschehen und die vielen offenen Punkte, die wir abzuarbeiten haben, lassen uns keinen grossen Raum dazu übrig.

Was bleibt von den Hoffnungen und Erwartungen die wir mit unserer Auswanderung hatten? Was würden wir anders oder gar nicht mehr machen? Welche Überraschungen haben wir erlebt? Und wollen wir gar zurück in dir Schweiz?

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Wunder geschehen, wir Habens gesehen

Behördengänge und andere Ärgernisse wäre auch ein passender Titel. Aber es ist einfach unglaublich wir haben es geschafft. Nach dem wir ungefähr 7 Monate brauchten um uns persönlich zu organisieren. Konnten wir nun auch die Firmengründung abschliessen. Ja richtig wir haben jetzt offiziell eine registrierte Aktiengesellschaft in Schweden und nicht nur einfach so, sondern so ganz richtig, mit steuerlich korrekter Anmeldung und Mehrwertsteuernummer. Unglaubliches nach 11 Monaten in Schweden. Aber das beste auch die Schweizer Steuerbehörde konnte unseren komplizierten und fast nicht lösbaren Fall abschliessen und unser Restguthaben auszahlen.

Woow, danke….

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Wir lieben es… Wir hassen es…

Nach fast 12 Monaten harter Arbeit schreitet der Umbau voran und es geht nun im ersten Teil an die Feinplanung und dem Innenausbau. Leider kommt uns das alte Haus nicht immer entgegen und unsere Bauabschnitte verschieben sich zu Ungunsten von unserem Budget. Daher versuchen wir auch die Finanzierung der weiteren Arbeiten zu sichern.

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Newsletter 01-25

Der Juni neigt sich bereits dem Ende zu und es wird Zeit für einen weiteren Newsletter. Was ist nicht alles passiert. Wir sind dankbar, diese intensive Zeit erleben zu dürfen. Doch manchmal Fragen wir uns schon, was müssen wir den noch alles machen? Gefühlt das tausendste Formular ausgefüllt und Dokument bestellt. Gefühlt das tausendste Problem diskutiert und irgendwie unzählige Male abgekämpft und müde ins Bett. Was hält uns an diesem Projekt?

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Die Gefahr sich zu vergessen

Es war uns von Beginn an klar, dass dieses Projekt mit viel Arbeit mit sich bringen wird. Wir haben unser daher sehr bewusst vorgenommen uns immer Zeit für uns und die Erholung zu nehmen. Sehr gute Vorsätze die wir in den ersten Monaten auch gut einhielten. Hier ein Ausflug, da ein ruhiger Tag oder ein gemütliches Abendessen.

Aber bereits mit den ersten Helfer die zu uns waren, wurde alles etwas schwieriger. Seit Januar arbeiten auch die Handwerker bei uns und plötzlich ist dies nur noch mit viel Organisation möglich bzw. ging einfach so vergessen.

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Ein erster Teil wird fertig

Wir können es kaum fassen aber irgendwie ist es wahr. Unsere Suite die wir in den ersten Jahren als Wohnung benutzen möchten ist bezogen. Da bauen wir 9 Monate um, leben in einem Provisorium. Nun plötzlich sitzen wir in einer neu renovierten Suite und haben eine Tür die wir abschliessen können.

Heute bin ich aufgewacht und habe mich gefragt „Wie haben wir das nur geschafft?“

Unser Provisorium in den alten Hotelzimmern ist geräumt und nur noch mein Arbeitsplatz bleibt bis ich diesen in mein Büro bei der Reception zügeln kann. Das Bett und die Bilder sind abgehängt und nun schon bald beginnen wir auch hier mit dem Abriss. Die letzten drei Wochen waren wie ein Film. Irgendwie unwirklich und eine Szene schloss sich der anderen an. Möbel organisieren und hoffen das wir die Umbauten mit der Wandtäfelung hinkriegen. Zierleisten präzise sägen und die LED Beleuchtung verlegen. Alles war bisher nur in unserem Kopf vorhanden und die Umsetzung war mehr als ungewiss. Können wir das überhaupt. Das Rausreissen ist eine Sache des Kopfes und der Kraft. Die Entsorgung und das Reinigen der Baustelle eine Fleissaufgabe. Und nun plötzlich steht unsere ganze Planung auf der Probe.

Die Wandtäfelung läuft wie geschmiert und ist in einem Wochenende montiert. Die Handwerker kommen und gehen und stehen wie auch wir, vor manch neuer Aufgabe. Die Decken- und Fussleisten kommen gerade noch rechtzeitig und auch Wasser und Strom funktioniert wie am Schnürchen. Wie gut zieht unser Bauleiter die Fäden und sorgt für den nötigen Druck.

Ich weiss immer noch nicht wie wir die Küche in einem halbe Tag gezügelt und umbaut haben aber es hat funktioniert und am Samstag Abend stehen wir in einer eingerichteten Wohnung. Mit einer Tür die wir abschliessen können.

Unfassbar nun haben wir zum ersten Mal drei Welten in unserem Gebäude. Die alten Hotelzimmer, eine grosse Baustelle und die ersten fertigen Räume. Ein erstes Ziel ist erreicht und dies in der geplanten Zeit. Auch mit dem Kaffee und der Küche sind wir nicht schlecht in der Zeit und noch sieht es so aus, das wir Ende September vielleicht doch schon öffnen könnten. Das wäre genau die Mitte von unserem Zeitfenster „zwischen Juli und Dezember“. Noch glauben wir nicht so ganz an diese Punktlandung aber bei diesem Projekt scheint alles möglich.

Wir sind völlig überrascht und unglaublich dankbar über das was wir hier erleben dürfen und hoffen das dieser gute Stern der über diesem Projekt steht auch weiterhin uns den Weg leuchtet.

Wir sind angekommen

Nun sind wir bereits 8 Monate in Schweden und wir haben viel geschafft. Die Einwanderung ist praktisch abgeschlossen und auch unsere Firmengründung steht nichts mehr im Wege. Ein Behördenmarathon wie wir ihn noch nie erlebt haben geht nun zu Ende. Das gibt Platz frei für die zukünftigen Aufgaben.
Wir sind aber nicht nur auf den Papieren, sondern auch in unserer Wahrnehmung angekommen. Die letzte Reise in die Schweiz war ein Auslandaufenthalt und die Rückreise fühlte sich wie Heimkommen an.
Irgendwie verrückt wie schnell das geht und das Schwedische Motto „borta bra, hema bäst“, sich erleben lässt. Auch wen wir nicht wissen ob unser Plan mit dem Värdshuset Pilgrimen aufgehen wird, sind wir dankbar, zu dieser verrückten und unglaublichen Reise ja gesagt zu haben.

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